Gillian Holden: Vom Earl verführt

(c) Coverdesign by Melody Simmons from bookcoverscre8tive
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"Vom Earl verführt" ist der Abschlussband der Reihe Leidenschaftliche Lords. Da der Roman eine in sich abgeschlossene Liebesgeschichte behandelt, kann er unabhängig von den anderen beiden Büchern der Reihe gelesen werden.

 

 

eBook "Vom Earl verführt"

Preis: 4,99 Euro

Erscheinungsdatum: 01.10.2020

 

Taschenbuch "Vom Earl verführt"

Preis: 9,95 Euro

Seitenzahl: 308 Seiten

ISBN: 978-3751944045

Erscheinungsdatum: 01.10.2020

 

 

Reihe Leidenschaftliche Lords

Vom Duke begehrt 

Vom Marquess erobert

Vom Earl verführt

Inhalt: 

 

Auf der Landpartie seines Freundes Roderick Dashwood und dessen Frau Nathalie lernt Christopher Cavendish, Earl of Brockmarthon, die bezaubernde Caithlyn kennen. Die junge Witwe begibt sich nach ihrem schweren Verlust zum ersten Mal wieder in Gesellschaft. 

Tatsächlich scheint die Festivität der jungen Frau neuen Lebensmut zu schenken und Roderick wie Nathalie sind zuversichtlich, sie schon bald von den Vorteilen einer erneuten Ehe überzeugen zu können. 

 

Als Roderick das Interesse seines Freundes an Caithlyn bemerkt, ist er jedoch wenig begeistert. Viel zu sehr hat das Schicksal Caithlyn in den vergangenen Jahren zugesetzt, als dass sie nun in die Hände eines Lebemannes gerarten darf.

Doch Christopher Cavendish wäre nicht als Wüstling verschrien, wenn er sich von jemandem vorschreiben ließe, wen er verführen darf und wen nicht ... Freundschaft hin oder her! 

Leseprobe Gillian Holden "Vom Earl verführt"

Anbei folgt eine ausführliche Leseprobe aus diesem Historical. Da ihr natürlich in allen Shops Einblick in die ersten Kapitel erhaltet, habe ich mich entschlossen, an dieser Stelle einen Auszug aus der Mitte des Buches zu wählen. Viel Spaß damit!

Endlich teilte sich die Gesellschaft und die Damen zogen sich zum fröhlichen Beisammensein bei Pianomusik zurück. Hierfür war eigens ein Musiker aus London engagiert worden, der üblicherweise auf größeren Bühnen spielte. Das hatte ihm zumindest Nathalie am Vortag voller Stolz mitgeteilt. 

Die Herren holten ihre Zigarren hervor und wandten sich ernsteren Gesprächsthemen zu, mit denen man das seichte Gemüt der Damen besser nicht belastete. Christopher schlenderte quer durch den Raum. Er würde keine Zeit mit Geplänkel verlieren. Es war an der Zeit, seinem Kontrahenten auf den Zahn zu fühlen.

Er schnappte sich ein Glas Portwein vom Tablett eines Dieners, der sich in der Nähe seiner Zielperson aufhielt, und wandte sich dann an selbige. »Dürfte ich Ihnen diesen Port empfehlen? Unser Gastgeber hat ihn höchstpersönlich verkostet und für deliziös befunden.«

Hierbei setzte er eine fachkundige Miene auf und verkniff sich ein Lächeln, um möglichst glaubwürdig zu erscheinen. Der an seiner rubinroten Farbe deutlich als Ruby Port erkennbare Wein schaffte es qualitativ nicht ansatzweise an den ersten Vintage Port aus dem Jahre 1756 heran, von dem noch immer zwei Flaschen in Dashwoods Gewölbe lagerten. Eine allein kostete mehr, als ein Butler im Jahr verdiente. Vor fünf Jahren hatten sie sich die erste der ursprünglich vier Kostbarkeiten genehmigt, um im privaten Rahmen auf die bevorstehende Hochzeit des Marquess anzustoßen. Eine weitere war ein halbes Jahr später gefolgt zur Geburt seines Sohnes. Nichtsdestotrotz besaß der hier dargebotene Portwein aus dem Douro-Tal seine qualitative Berechtigung, zu diesem Anlass als Delikatesse serviert zu werden.

»Ich trinke nicht«, antwortete der andere knapp.

Christophers Mundwinkel sanken herab. Er hob das Glas an die Lippen und genehmigte sich einen ausgiebigen Schluck, während er sich eine neue Strategie zurechtlegte. Der Wein hatte eine fruchtige Note, war intensiv im Geschmack und wirkte angenehm auf der Zunge nach. Wäre er das Trinken nicht gewohnt, hätte seine Konzentration spätestens nach diesem Glas einen Dämpfer erhalten, denn er hatte das Essen kaum angerührt und somit keine Grundlage geschaffen.

»Dann gesellen Sie sich auf eine Zigarre zu mir.«

Der Mann lächelte gequält. »Ich fürchte, ich rauche auch nicht.«

Christopher unterdrückte mühsam ein Stöhnen. Dieser Mann war ein wahrer Ausbund an Tugendhaftigkeit!

»Wir wurden einander noch nicht vorgestellt«, überging er die Abfuhr. »Lassen Sie uns das schnellstens beheben. Sie gestatten? Lord Christopher, Earl of Brockmarthon.«

»Ah, Sie sind das«, sagte sein Gegenüber und seine Augen leuchteten bei dieser Erkenntnis auf. »Cavendish, nicht wahr? Ich habe schon von Ihnen gehört.«

Christopher nickte leicht mit dem Kopf, während er die Lippen zusammenkniff. Wenn jemand diese Worte im Zusammenhang mit seiner Person verwendete, bedeuteten sie meist nichts Gutes.

»Aidan Stewart, Viscount Greenhaven, sehr erfreut.«

Christopher hätte diese Freude gern erwidert, aber so vermessen war selbst er nicht, einen Rivalen willkommen zu heißen. Um diese Aussage halbwegs glaubwürdig präsentieren zu können, hätte es eines weiteren Glases Portweins bedurft. Mindestens.

»Weilen Sie zum ersten Mal auf Dashwood Manor?«, fragte er stattdessen, die Antwort ahnend.

Wäre dies der Fall gewesen, so wären sie sich längst über den Weg gelaufen. Christopher war sich sicher, diesen Herrn zuvor noch nie gesehen, geschweige denn auch nur eine interessante Anekdote über ihn vernommen zu haben. Während er sämtliche Spielhöllen und Nachtklubs im Umkreis von zwanzig Meilen um London kannte, war Greenhaven vermutlich Ehrenmitglied in einem Literaturklub, in dem man Stücke von Shakespeare rezitierte.

»Ganz recht«, antwortete der Viscount. »Und bislang gefällt mir die Landpartie ausgesprochen gut.«

Das glaubte er ihm aufs Wort! »Unsere Gastgeber haben sich wahrlich selbst übertroffen. Allein wenn man bedenkt, wen sie alles geladen haben.« Was hatte sich Roderick dabei gedacht, diesen albernen Gockel auf die Gästeliste zu setzen?

»In der Tat«, stimmte ihm Greenhaven zu, dachte dabei aber sicher an jemand anderen, denn ein heiteres Lächeln begleitete seine Aussage. »Man könnte meinen, sie versuchten zu kuppeln.«

»Nicht Ihr Ernst!«, antwortete Christopher mit trügerischer Ruhe.

»Freilich! Da brauche ich nur an das Dinner zurückdenken. Vorzüglich.«

»Sie meinen die Speisen?«

»Ich bitte Sie! In dieser Hinsicht bin ich genügsam«, wiegelte Greenhaven ab. »Ich meinte die Gesellschaft. Überraschend ... erhellend ... bezaubernd.«

»Kann ich so nicht bestätigen«, murmelte Christopher, als er missmutig an seine Tischnachbarn zurückdachte.

Der Viscount blickte mitleidig. »Dann haben sie bei Ihnen wohl ein weniger glückliches Händchen bewiesen.«

Auch das würde er so nicht bestätigen. Im Gegenteil. Er war überzeugt, Rodericks Pfeil hatte genau ins Ziel getroffen. Mit der geschickten Platzierung bei Tisch hatte er ihn ins Abseits gedrängt und Greenhaven den Weg bereitet. Dass er nicht Rodericks Wunschkandidat in Bezug auf die Countess war, wusste er. Aber dass sein Freund derartige Mittel einsetzte, war wie ein Schlag unter die Gürtellinie. Christophers Finger verkrampften sich um den Stiel des Glases. In einem Zug kippte er dessen Inhalt hinunter und tauschte es sodann gegen ein Volles aus.

Allmählich wurden seine Gedanken klarer. Die Frage, die er sich stellen sollte, war doch vielmehr: Weshalb unterstützte der Marquess ausgerechnet einen Mann wie Greenhaven? Christopher musterte ihn erneut, während er an seinem Getränk nippte. Der Viscount war ungefähr in seinem Alter, gutmöglich ein paar Jahre jünger. Er sah durchschnittlich aus, wobei eine Frau ihn wohl für hübsch erachten konnte. Seine Kleidung war maßgeschneidert, das erkannte man zweifelsohne an der passgenauen Form. Geld stellte somit kein Problem für ihn dar. Mit jeder weiteren Feststellung schmeckte der Portwein zunehmend schal.

»Verraten Sie mir«, fragte Christopher, »womit verbringen Sie Ihre Zeit? Sie scheinen derartige Veranstaltungen sonst eher zu meiden, andernfalls hätten wir längst miteinander Bekanntschaft geschlossen. Kommen Sie nicht aus der Gegend?« Womöglich lebte er im Exil? Hoffen durfte man doch!

Greenhaven lachte leise. »Ich enttäusche Sie nur ungern.«

Offensichtlich hatte Christopher seine Gefühle nicht gut genug verborgen.

»Tatsächlich wurde ich hier in Kent geboren. Meine Familie hat ihren Landsitz in der Nähe von Whitstable nördlich von Canterbury. Und wie es das Schicksal will, sind wir in vierter Generation in der Austernzucht tätig.«

»Austern?«, fragte Christopher ungläubig.

»Sie wissen schon«, sagte Greenhaven amüsiert, »diese länglichen Muscheln, bestehend aus zwei dicken Schalenklappen, deren Inhalt im überwiegenden Teil der zivilisierten Welt als Delikatesse angesehen wird.«

Christopher nickte ungeduldig. Selbstverständlich kannte er Austern! Das hinderte den Viscount jedoch nicht daran, mit seiner Stichelei fortzufahren.

»Gerade Ihnen sollte dieses Schalentier bekannt sein, Cavendish. Immerhin wird der Auster eine aphrodisierende Wirkung zugeschrieben.«

Der Earl verzog den Mund zu einer Grimasse. Ob es einen zu großen Skandal verursachte, wenn er seinem Gegenüber für diese Respektlosigkeit seinen Port überkippte? Er überlegte lange, entschied sich allerdings dagegen. »Derartige Stimulierung ist bei mir nicht vonnöten, ebenso wenig wie geschäftige Tätigkeiten. Ich bekomme meinen Tag auch so über die Runden.«

Greenhaven lächelte verächtlich. »Wenn ich den Gerüchten Glauben schenken darf, die über Sie im Umlauf sind, Cavendish, dann bevorzuge ich meine Austern. Die zechen nicht, sie spielen nicht, und selbst die Zucht geht geregelt vonstatten.«

»Sie meinen, deren Leben verläuft ähnlich eintönig wie Ihres?«

»Allzu trist kann ich kaum sein. Immerhin hat die Dame, die Sie während des Dinners mit den Augen entkleidet haben, an meinen Lippen gehangen.«

Zum ersten Mal fehlten Christopher die Worte. Das Gespräch verlief nicht wie erhofft. Überhaupt nicht. Er nippte an seinem Wein, um Zeit zu schinden. Schließlich fragte er: »Es ist Ihnen aufgefallen?«

»Nicht nur mir, befürchte ich. Daher schlage ich vor, Sie unterlassen weitere Anstrengungen, bevor noch der Ruf der Dame in Mitleidenschaft gezogen wird.«

Christopher ballte seine freie Hand zur Faust. Seine Kiefer mahlten und sein Blick wirkte auf einmal so eisig wie die Themse, wenn sie im Winter von Eisschollen bedeckt war.

»Wenn Sie mich entschuldigen würden«, sagte Greenhaven plötzlich. »Unser Gastgeber bittet darum, uns zu den Damen zu gesellen.«

Christopher blickte sich um. Tatsächlich machten sich mehrere Herren auf den Weg in den Salon.

»Seien Sie unbesorgt«, fügte Greenhaven unverfroren hinzu, »ich werde mich redlich bemühen, Sie im weiteren Verlauf des Abends bei betreffender Dame würdig zu vertreten.«

Christopher blickte dem Viscount hinterher. Wie hatte ihm das Gespräch nur derart entgleiten können? Er hatte den Mann unterschätzt. Allmählich verstand er, weswegen Roderick ihn als würdig erachtete, die Countess zu umwerben. Auch wenn ihm das nicht gefiel, so erhöhte die Konkurrenz doch den Reiz. Die Herausforderung nahm er an! Dass er unterliegen könnte, war ausgeschlossen. Sein Vorteil bestand schließlich darin, dass er es gewohnt war, mit gezinkten Karten zu spielen.

Bevor er den übrigen Gästen in den Musiksalon folgte, aus dem sanfte Klaviermelodien herüberdrangen, bahnte er sich einen Weg zu Roderick.

»Auf ein Wort!«

Sein Ton war barsch, die Miene ernst. Roderick sollte ruhig wissen, in welche Laune er ihn versetzt hatte.

Der Marquess, der soeben einem Diener Anweisungen erteilte, wandte sich ihm halbherzig zu. »Ist der Wein ausgegangen oder worüber bist du dermaßen erzürnt?«

Als Christopher ihn wortlos anstarrte, schien er zu verstehen, dass der Groll tiefer saß. Mit dem Kopf wies er zu einer ruhigeren Ecke des Saales. Der Earl folgte ihm.

Roderick atmete tief durch und versteifte sichtlich seinen Rücken, als müsse er sich wappnen. »Sprich!«

Christopher vergewisserte sich vorsorglich, dass niemand in Hörweite stand. »Stichwort Greenhaven. Klingelt da etwas bei dir?«

Sein Freund blickte ratlos. »Er ist einer unserer Gäste. Gibt es ein Problem mit ihm?«

»Noch nicht. Fährt er mir allerdings weiterhin in die Parade, übernehme ich keine Garantie, dass es dabei bleibt.«

Roderick kniff die Augen zu schmalen Schlitzen zusammen, dann antwortete er vorsichtig. »Greenhaven ist ein verlässlicher Geschäftspartner von mir. Ich kenne seine Familie seit Jahren. Von daher weiß ich, dass er ein verträglicher Mensch ist. Kläre mich bitte auf: Welcher Wesenszug an ihm verleitet dich zu derartigen Äußerungen?«

»Er interessiert sich für die falsche Frau.«

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